Staffel 4,33 Folge 106 - Mobbing oder Konflikt?

Shownotes

Kennen Sie das?

Zwei Mitarbeiterinnen können sich nicht leiden, im Team entstehen immer wieder Spannungen und eine Person fühlt sich zunehmend ausgeschlossen. Die Führungskraft bekommt die Situation mit und denkt: „Das müssen die beiden untereinander klären.“

Doch wann wird aus einem normalen Konflikt eigentlich Mobbing?

Nicht jeder Streit ist Mobbing. Werden Konflikte jedoch nicht angesprochen, können sie sich verfestigen und für einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einer erheblichen Belastung werden.

Tipp 1

Schauen Sie bei Konflikten genau hin.

Wenn sich Spannungen wiederholen oder eine Person zunehmend ausgegrenzt wird, sollte die Führungskraft nicht einfach darauf hoffen, dass sich die Situation von selbst löst.

Tipp 2

Fragen Sie nach konkreten Situationen.

Statt sofort zu entscheiden, wer recht hat, sollten Sie zunächst klären, was tatsächlich passiert ist, wie häufig bestimmte Situationen vorkommen und welche Auswirkungen sie auf die Zusammenarbeit haben.

Tipp 3

Übernehmen Sie als Führungskraft Verantwortung.

Ein Konflikt zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist nicht automatisch deren Privatsache. Wenn die Zusammenarbeit darunter leidet oder eine Person dauerhaft belastet wird, müssen Führungskräfte handeln.

Tipp 4

Holen Sie sich Unterstützung, wenn die Situation eskaliert.

Bei wiederholtem Mobbing, Belästigung oder anderen schwerwiegenden Vorfällen sollte eine Führungskraft nicht versuchen, die Situation alleine zu lösen. Je nach Situation können HR, externe Beratung oder rechtliche Unterstützung notwendig sein.

Tipp 4,33

Greifen Sie lieber einmal zu früh als einmal zu spät ein. Ein Gespräch über einen beginnenden Konflikt ist meistens einfacher zu führen als die Aufarbeitung eines Problems, das sich bereits über Monate entwickelt hat. Wenn Sie Unterstützung hierfür benötigen buchen Sie gerne einen Erstberatungstermin bei unseren PersonalPartnern unter www.all-in-personalberatung.at

Tipp der Woche

Achten Sie in dieser Woche bewusst darauf, ob es in Ihrem Team eine Situation gibt, die schon länger „irgendwie schwierig“ ist.

Wenn Ihnen eine solche Situation auffällt, warten Sie nicht darauf, dass sie von alleine verschwindet. Denn gute Führung bedeutet auch, dann hinzuschauen, wenn Wegschauen zunächst einfacher wäre.

Transkript anzeigen

00:00:00: Kennen Sie das?

00:00:01: Zwei Mitarbeiterinnen können sich nicht leiden.

00:00:04: Die eine beschwert sich ständig über die andere, die andere fühlt sich ungerecht behandelt.

00:00:09: Im Team werden inzwischen Bemerkungen gemacht, Nachrichten werden ignoriert und bei Besprechungen wird es zunehmend unangenehm.

00:00:17: Die Führungskraft bekommt das mit und denkt sich – die beiden müssen das untereinander klären!

00:00:22: Doch irgendwann kommt eine Mitarbeiterin und sagt «Ich halte das so nicht mehr aus».

00:00:27: Spätestens jetzt sollte die Führungskraft genauer hinschauen.

00:00:31: Denn nicht jeder Konflikt ist Mobbing, aber aus einem ungelösten Konflik kann eine Situation entstehen in der eine Person dauerhaft ausgegrenzt, abgewertet oder angegriffen wird – und genau darüber sprechen wir heute!

00:01:17: damit auch ihr Team leuchtet.

00:01:20: Mein Name ist Angelika Schneider und ich bin Gesellschafterin und Prokuristin der All-In-Personalberatung GmbH.

00:01:27: Unser Tipp der Woche lautet Schauen Sie bei Konflikten im Team nicht zu lange weg, sondern greifen sie frühzeitig ein bevor es aus einer schwierigen Zusammenarbeit ein ernsthaftes Problem für einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird.

00:01:42: Dieser Typ lässt sich besonders gut dem Erfolgsfaktor eins wertschätzende Führung zuordnen.

00:01:49: Man wird aus einem Konflikt mobbing.

00:01:51: Konflikte gehören zum Arbeitsalltag, unterschiedliche Meinungen, Missverständnisse oder persönlichen Spannungen sind zunächst nichts Ungewöhnliches.

00:02:00: Problematisch wird es wenn eine Person über einen längeren Zeitraum gezielt angegriffen ausgegrenzt oder abgewertet wird.

00:02:08: Die Arbeiterkammer unterscheidet deshalb ausdrücklich zwischen einem normalen Konflikt und Mobbing.

00:02:14: Bei Mobbing geht es um wiederholte Handlungen, durch die eine Person geschwächt isoliert oder aus dem Arbeitsumfeld gedrängt werden kann.

00:02:22: Das entscheidende ist deshalb Eine Führungskraft muss nicht erst warten bis jemand krank wird oder kündigt.

00:02:28: Ein Beispiel aus dem Arbeitseiltag Stellen Sie sich vor ein Team hat seit Monaten Schwierigkeiten mit einer Mitarbeiterin.

00:02:37: Sie wird bei Gesprächen immer wieder unterbrochen.

00:02:40: Wichtige Informationen werden ihr verspätet weitergegeben und über ihre Entscheidungen mit hinter ihrem Rücken abfällig gesprochen.

00:02:48: Die Führungskraft bekommt einzelne Situationen mit, greift aber nicht ein weil sie keinen großen Konflikt daraus machen möchte.

00:02:56: Für die Führungskraft sind es vielleicht einzelne Vorfälle.

00:02:59: Für Betroffene Mitarbeiterinnen entsteht daraus jedoch ein Muster.

00:03:03: Sie fühlt sich zunehmend ausgeschlossen, wird unsicher und beginnt irgendwann an sich selbst zu zweifeln.

00:03:09: Genau hier liegt die Verantwortung der Führungskraft – unser konkreter Praxistip für sie lautet!

00:03:15: Wenn Sie merken dass sich ein Konflikt freisetzt, führen Sie frühzeitige Gespräche und versuchen Sie zunächst herauszufinden was tatsächlich passiert ist.

00:03:24: Dabei sollten Sie nicht sofort entscheiden wer Recht hat.

00:03:27: Hören Sie sich die verschiedenen Sichtweisen an und schauen sie darauf, welche konkreten Verhaltensweisen und Situationen beschrieben werden.

00:03:35: Fragen Sie beispielsweise – was genau ist passiert?

00:03:38: Wie häufig kommt das vor?

00:03:40: Wer war beteiligt und was hat sich dadurch im Arbeitsalltag verändert?

00:03:45: Diese Fragen helfen dabei Nicht nur nach persönlichen Sympathien oder Antepathien zu urteilen, denn häufig beginnt ein Konflikt mit einem sachlichen Problem und wird immer persönlicher wenn niemand eingreift.

00:03:58: Die Arbeit der Kammer weist ebenfalls darauf hin dass unerlöste Konflikte eskalieren können und die Führungskräfte häufig zu spät reagieren.

00:04:08: Und was konkret solltet ihr Führungskraft nicht tun?

00:04:11: Sie sollte nicht einfach sagen vertragt euch wieder.

00:04:14: Damit wird die Verantwortung zurück an die Beteiligten gegeben, obwohl die Führungskraft für den Rahmen der Zusammenarbeit verantwortlich ist.

00:04:21: Ebenso wenig sollte eine Führungskraft sofort einer Seite als Täter und die anderen als Opfer festlegen ohne den Sachverhalt ausreichend zu prüfen.

00:04:31: Es geht zunächst darum hinzusehen, zuzuhören und klare Grenzen für respektloses Verhalten zu setzen.

00:04:38: Wenn sich der Verdacht auf Mobbing, Belästigung oder andere schwerwiegende Vorfälle erhärtet, soll die professionelle Unterstützung HR- oder gegebenenfalls eine rechtliche Beratung hinzugezogen werden.

00:04:52: Führung bedeutet nicht dass jeder Konflikt sofort gelöst werden muss – Führungen bedeutet aber sehr wohl hinzusehen wenn sich eine Situation entwickelt, die für einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zunehmend belastend wird.

00:05:05: Fragen Sie sich deshalb bei Konflikten im Team nicht nur.

00:05:08: Wer hat angefangen?

00:05:09: Fragen sie sich vielmehr, was passiert hier gerade und welche Verantwortung habe ich als Führungskraft?

00:05:15: Denn manchmal braucht ein Team keinen neuen Workshop und keine große Team-Buildingmaßnahme.

00:05:20: Manchmal braucht es einfach eine Führungskraft die rechtzeitig anschaut und sagt – so gehen wir nicht miteinander um!

00:05:27: Wenn Sie in Ihrem Unternehmen Unterstützung bei Konflikten schwierigen Teamsituationen oder der Entwicklung Ihrer Führungskräfte benötigen, begleiten wir sie sehr gerne dabei.

00:05:37: Besuchen Sie uns unter www.all-in-personalberatung.at.

00:05:44: Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme Denn gemeinsam bringen wir Ihr Team zum Leuchten.

00:05:51: Text, Stimme und Schnitt Angelika Schneider Ton und Musik Andri Müller.

00:05:59: Vielen Dank fürs Zuhören, wir freuen uns über Feedback und ihre Themenvorschläge für die nächsten Folgen von Vier-Kammerdreifendreißiger Volksfaktoren zur gelungenen Personalarbeit – bis zur nächsten Folge!

00:06:10: Und denken Sie daran, gemeinsam bringen wir Ihr Team zum Leuchten.

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