Staffel 4 Folge 97 - Privat ist privat – oder doch nicht?
Shownotes
Kennen Sie das?
Eine Mitarbeiterin wirkt plötzlich unkonzentriert, ein Mitarbeiter ist gereizter als sonst oder jemand fehlt häufiger. Als Führungskraft fragt man sich natürlich, ob private Gründe dahinterstecken.
Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen kennt man sich häufig persönlich sehr gut. Man weiß, was im Leben der Kolleginnen und Kollegen gerade passiert, und möchte selbstverständlich Verständnis zeigen.
Doch genau hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.
Ein Praxisbeispiel zeigt, warum es wichtig ist, private Hintergründe und berufliche Auswirkungen voneinander zu trennen. Eine Mitarbeiterin war aufgrund einer schwierigen privaten Situation zunehmend unkonzentriert und machte mehr Fehler. Die Führungskraft zeigte Verständnis, sprach aber gleichzeitig die konkreten Auswirkungen auf die Arbeit an.
Die Mitarbeiterin musste keine privaten Details offenlegen. Stattdessen wurde gemeinsam überlegt, welche Unterstützung im beruflichen Rahmen möglich ist.
Tipp 1
Zeigen Sie Interesse und Verständnis, ohne Ihre Mitarbeiter nach privaten Details zu fragen, die Sie für Ihre Führungsaufgabe nicht benötigen.
Tipp 2
Sprechen Sie über die Auswirkungen auf die Arbeit. Entscheidend ist nicht immer, warum jemand Schwierigkeiten hat, sondern was sich im Arbeitsalltag konkret verändert.
Tipp 3
Behandeln Sie persönliche Informationen vertraulich und machen Sie private Themen nicht ungefragt zum Gesprächsthema im Team.
Tipp 4
Achten Sie darauf, dass persönliche Nähe nicht zu unterschiedlichen Maßstäben führt. Individuelle Lösungen sind möglich, sollten aber nachvollziehbar und fair bleiben.
Tipp 4,33
Gute Führung bedeutet, menschlich nah zu sein, ohne die professionelle Grenze aufzugeben.
Tipp der Woche
Denken Sie an einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin, bei dem Sie aktuell wissen, dass privat etwas schwierig ist.
Fragen Sie sich:
„Was muss ich als Führungskraft tatsächlich wissen und was geht mich privat nichts an?“
Diese einfache Frage hilft dabei, die richtige Balance zwischen Verständnis und professioneller Führung zu finden.
Denn gute Führung bedeutet nicht, alles über seine Mitarbeiter zu wissen. Sie bedeutet, hinzusehen, zuzuhören und trotzdem klare Grenzen zu behalten.
Transkript anzeigen
00:00:00: Kennen Sie das?
00:00:01: Eine Mitarbeiterin kommt morgens zur Arbeit und wirkt ungewöhnlich still.
00:00:07: Ein Mitarbeiter ist plötzlich gereizter als sonst, und zieht sich aus den Gesprächen zurück.
00:00:12: Eine Kollegin fehlt häufiger und macht auf einmal Fehler bei Aufgaben die sie bisher zuverlässig erledigt hat.
00:00:19: Als Führungskraft fragt man sich natürlich was dahinter steckt.
00:00:23: Vielleicht gibt es ein privates Problem, vielleicht ist jemand familiär gerade stark gefordert oder vielleicht steckt etwas ganz anderes dahinter.
00:00:32: Und genau hier entsteht für die Führungskräfte eine schwierige Frage – wie viel darf und sollte ich überhaupt wissen?
00:00:40: Auf der einen Seite möchten wir unsere Mitarbeiterinnen als Menschen wahrnehmen und nicht nur als Arbeitskraft.
00:00:47: Auf der anderen Seite gehört das Privatleben grundsätzlich zur Privatsphäre muss nicht jedes persönliche Problem kennen.
00:00:57: Die Kunst besteht deshalb darin, menschlich zu bleiben und gleichzeitig eine professionelle Grenze zu wahren!
00:01:24: Herzlich Willkommen zum Podcast – Vier-Kommerdreißige Volksfaktoren zur gelungenen Personalarbeit dem Podcast der Chefs und Chefininnen und Führungskrifte viele Tipps zur praktischen Personalarbeit gibt damit auch ihr Team leuchtet.
00:01:39: Mein Name ist Angelika Schneider und ich bin Gesellschafterin und Prokoristin der All-In Personalberatung GmbH.
00:01:47: Unser Tipp der Woche lautet Interessieren Sie sich für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Menschen, ohne dabei deren Privatleben zu Ihrem Führungsthema zu machen?
00:01:59: Dieser Tipp lässt sich besonders gut dem Erfolgsfaktor eins wertschätzende Führungen zuordnen!
00:02:05: Heute sprechen wir über eine Grenze, die im Führungsalltag gar nicht so einfach zu ziehen ist.
00:02:11: Die Grenze zwischen privaten und beruflichen Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen kennt man sich häufig sehr persönlich.
00:02:19: Man arbeitet seit vielen Jahren zusammen, kennt vielleicht die Familie der Kollegen Weiß wer gerade ein Haus baut Ein Kind bekommt oder privat eine schwierige Zeit durchmacht.
00:02:30: Vielleicht trifft man sich sogar nach dem Feierabend Oder kennt sich schon seit vielen jahren.
00:02:36: Diese persönliche Nähe kann ein großer Vorteil sein.
00:02:39: Sie schafft Vertrauen und sorgt dafür, dass die Zusammenarbeit menschlicher wird.
00:02:44: Gleichzeitig kann genau diese Nähe aber auch schwierig werden Denn irgendwann stellt sich die Frage Wo endet persönliche Anteilnahme?
00:02:52: Und wo beginnt Einmischung?
00:02:55: Ich möchte Ihnen dazu ein Praxisbeispiel schildern.
00:02:59: In einem mittelständischen Unternehmen bemerkte eine Führungskraft, dass eine langjährige Mitarbeiterin seit einigen Wochen deutlich unkonzentrierter war.
00:03:07: Sie vergaß Absprachen machte ungewöhnliche Fehler und wirkte im Team zunehmend angespannt.
00:03:13: Die Führungskraft kannte die Mitarbeiterin schon seit vielen Jahren und wusste das es auch Privatveränderungen gab.
00:03:21: Im ersten Moment dachte sie deshalb Ich weiß was bei ihr gerade los ist.
00:03:26: Da muss sich jetzt einfach Verständnis haben.
00:03:29: Die Aufgaben wurden zunächst von Kollegen aufgefangen und einige Fehler wurden nicht weiter angesprochen.
00:03:35: Schließlich wollte die Führungskraft zusätzlichen Druck vermeiden.
00:03:39: Nach einigen Wochen verschärfte sich die Situation jedoch, andere Mitarbeiter waren gleichzeitig unzufrieden weil sie zusätzlich ihr Arbeit übernehmen mussten.
00:03:48: Gleichzeitig wurde die betroffene Mitarbeiterin immer unsicherer weil sie merkte dass ihrer Leistung nachgelassen hatte.
00:03:56: Jetzt entstand ein klassisches Führungsproblem.
00:03:59: Die Führungskraft wollte verständnisvoll sein, hatte aber gleichzeitig die Verantwortung für das gesamte Team.
00:04:05: In einem persönlichen Gespräch sagte sie deshalb Mir ist aufgefallen dass sich bei ihnen in letzter Zeit einige Fehler und verpasste Absprachen helfen.
00:04:15: Ich weiß dass sie gerade auch privat einiges zu bewältigen haben.
00:04:19: Ich möchte aber gerne mit Ihnen darüber sprechen, wie wir die Arbeitssituation so gestalten können dass es für Sie und auch fürs Team wieder gut funktioniert.
00:04:29: Das Gespräch war bewusst auf die Arbeits Situation ausgerichtet.
00:04:32: Die Mitarbeiterin musste keine privaten Details erzählen und konnte selbst entscheiden was sie teilen wollte.
00:04:39: Gleichzeitig wurde klar angesprochen das die Auswirkungen auf die Arbeit nicht einfach ignoriert werden konnten.
00:04:46: Genau darin liegt eine wichtige Führungsaufgabe.
00:04:49: Eine Führungskraft muss nicht immer wissen, warum ein Mitarbeiter gerade Schwierigkeiten hat.
00:04:54: Sie muss aber erkennen was sich im Arbeitsalltag verändert hat und was deshalb gemeinsam geklärt werden muss.
00:05:01: Das ist ein großer Unterschied.
00:05:03: Wenn der Mitarbeiter beispielsweise sagt Ich bin momentan privat sehr belastet und brauche etwas mehr Flexibilität Muss die Führungskraft nicht automatisch fragen Was genau ist denn passiert?
00:05:14: Eine professionelle Antwort könnte vielmehr sein.
00:05:18: Danke, dass Sie mir das sagen.
00:05:19: Lassen sie uns gemeinsam schauen was wir im beruflichen Rahmen konkret verändern können.
00:05:24: Damit zeigt die Führungskraftverständnis ohne die private Situation zum eigentlichen Gegenstand des Gesprächs zu machen.
00:05:31: Gerade für Führungskräfte in kleinen Unternehmen ist es wichtig denn Nähe ist nicht automatisch gute Führungen.
00:05:38: Manchmal entsteht der Eindruck man müsste seine Mitarbeiter besonders gut persönlich kennen um sie gut fühlen zu können.
00:05:44: Das stimmt aber nicht unbedingt.
00:05:46: Sie müssen nicht wissen, wie eine Ehe läuft welche familiären Probleme jemand hat oder welche privaten Entscheidungen gerade getroffen werden.
00:05:54: Sie müssen vor allem wissen was die Person braucht um ihre Arbeit zuverlässig und gut erledigen zu können.
00:06:01: Natürlich gibt es auch die andere Seite.
00:06:04: Manchmal erzählen Mitarbeitende sehr viel aus ihrem Privatleben Und die Führungskräfte wird dadurch immer stärker zur Vertrauensperson.
00:06:11: Das kann ein Zeichen für ein gutes Vertrauungsverhältnis sein.
00:06:14: Gleichzeitig sollte sich eine Führungskraft bewusst machen, dass sie keine private Beratungsstelle ist.
00:06:20: Denn irgendwann kann es einem persönlichen Gespräch einer Erwartungen stehen.
00:06:25: Mein Chef weiß doch was bei mir privat los ist – deshalb kann er doch nicht erwarten, dass ich diese Aufgabe jetzt schaffe!
00:06:32: Oder meine Chefin kennt meine Situation, deshalb wird sie schon verstehen wenn ich wieder zu spät komme….
00:06:39: Und genau hier wird es schwierig.
00:06:40: Verständnis für eine private Situation bedeutet nicht automatisch, dass berufliche Erwartungen dauerhaft wegfallen.
00:06:48: Eine gute Führungskraft kann beides gleichzeitig sagen – ich verstehe, dass Sie gerade eine schwierige Situation haben und trotzdem müssen wir gemeinsam schauen wie Ihre Aufgaben zuverlässig erledigt werden können.
00:07:02: Das ist keine Kälte sondern professionelle Führungen.
00:07:05: Ein weiteres Thema bei den Führungskräften genauer hinsinn sollten ist die sogenannte Privatleben-Valle.
00:07:11: Gerade wenn Mitarbeiter sich untereinander gut kennen, werden private Themen schnell zum Gesprächsthemen im Team.
00:07:18: Der hat doch gerade Probleme zu Hause – ah sie ist wegen ihrer Kinder ständig gestresst!
00:07:25: Der ist privat momentan einfach nicht gut drauf.
00:07:28: Solche Aussagen wirken zunächst vielleicht harmlos Sie können aber dazu führen dass über Mitarbeiter gesprochen wird anstatt mit ihnen.
00:07:36: Und gerade das Führungskraft sollte man hier aufmerksam sein!
00:07:40: Wenn eine Mitarbeiterin ihrer Führungskraft etwas Persönliches anvertraut, sollte daraus nicht automatisch ein Gesprächsthema für das ganze Team werden – auch dann nicht wenn die Information eigentlich gut gemeint weitergegeben wird.
00:07:53: Denn Vertrauen ist schnell beschädigt und nur sehr schwer wiederaufgebaut.
00:07:59: Ein weiterer Punkt wird häufig unterschätzt private Nähe darf keine unterschiedlichen Maßstäbe bei der Führung schaffen.
00:08:06: Wenn ein Mitarbeiter aufgrund einer privaten Situation kurzfristiger gehen darf, während ein anderer Mitarbeiter bei einer ähnlichen Situation keine Möglichkeit bekommt kann schnell der Eindruck entstehen dass persönliche Beziehungen eine Rolle spielen.
00:08:19: Deshalb brauchen Führungskräfte klare und nachvollsehbarer Regeln.
00:08:23: Natürlich kann es individuelle Lösungen geben, aber diese sollten sachlich begründet sein und nicht davon abhängen wie gut man sich persönlich kennt.
00:08:32: Unser konkreter Praxistip für Sie lautet deshalb Wenn Sie merken dass sie bei einem Mitarbeiter private Themen und gerufliche Probleme miteinander vermischt werden stellen Sie sich zunächst drei Fragen Was weiß ich tatsächlich über die Situation?
00:08:47: Was muss ich als Führungskraft wirklich wissen?
00:08:50: Und vor allem Welche konkreten Auswirkungen hat die Situation auf die Arbeit?
00:08:56: Bleiben Sie dann bei dem, was sie als Führungskraft tatsächlich beeinflussen können.
00:09:00: Sprechen Sie über Arbeitszeiten, Aufgaben, Leistung, Zusammenarbeit oder notwendige Unterstützung und lassen Sie den Mitarbeiter selbst entscheiden wie viel er über seine privaten Hintergründe erzählen möchte.
00:09:14: Denn eine gute Führungskraft muss nicht jedes der Teil kennen!
00:09:17: Sie muss aufmerksam sein Veränderungen wahrnehmen zuhören können und gleichzeitig professionelle Grenzen sitzen.
00:09:25: Vielleicht ist genau das eine der schwierigsten Aufgaben von Führung, menschlich nahezu sein ohne privat zu werden?
00:09:33: Gerade in kleinen Unternehmen, in denen man sich häufig persönlich kennt und die Wege kurz sind, ist diese Balance besonders wichtig!
00:09:41: Denn am Ende geht es nicht darum, ob wir wissen was im Privatleben unserer Mitarbeiter passiert.
00:09:46: Es geht darum dass wir als Führungskräfte erkennen wenn etwas Auswirkungen auf die Arbeit hat und ob wir dann richtig reagieren.
00:09:55: Wenn Sie in Ihrem Unternehmen Führungskräfter dabei unterstützen möchten persönliche Nähe und professionelle Führungen miteinander zu verbinden Und auch bei schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben begleiten wir sie sehr gerne.
00:10:08: Besuchen Sie uns unter www.all-in-personalberatung.at.
00:10:15: Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme, denn gemeinsam bringen wir Ihr Team zum Leuchten!
00:10:31: Vielen Dank fürs Zuhören.
00:10:33: Wir freuen uns über Ihr Feedback und Ihre Themenvorschläge für die nächsten Folgen von vier Kommandreißiger Volksfaktoren zur gelungenen Personalarbeit.
00:10:41: Bis zur nächsten Folge!
00:10:43: Und denken Sie daran, gute Personalarbeit bringt ihr Team zum Leuchten.
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